Lernfenster – Die geheime Tür zu den Interessen deines Kindes

Lernfenster – Die geheime Tür zu den Interessen deines Kindes

Lernfenster – Die geheime Tür zu den Interessen deines Kindes

Und wie du sie im richtigen Moment nutzt (statt sie zu verpassen)

Kennst du das? Dein Kind stellt plötzlich tausend Fragen zu einem Thema, das vorher kaum eine Rolle spielte? Es entdeckt Zahlen auf dem Kassenzettel, will wissen, wie ein Bagger funktioniert oder ist Feuer und Flamme für Buchstaben auf Straßenschildern?

Herzlichen Glückwunsch: Ein Lernfenster hat sich geöffnet.

Was sind Lernfenster?

Lernfenster sind sensible Zeitfenster im Leben deines Kindes, in denen es für ein bestimmtes Thema besonders empfänglich ist. In dieser Zeit saugt dein Kind Informationen auf wie ein Schwamm. Alles, was mit dem Thema zu tun hat, wird spannend, faszinierend, ja sogar spielerisch leicht verstanden.

Du erkennst ein Lernfenster daran, dass dein Kind...

  • ... sich stark für ein Thema interessiert (z. B. Baustellen, Buchstaben, Tiere, Zahlen),
  • ... immer wieder Fragen stellt und von sich aus Gespräche beginnt,
  • ... Bücher zu diesem Thema anschaut, Videos sehen will oder Dinge in der Umgebung entdeckt („Guck mal, ein Bagger!“).

Diese Phasen sind Gold wert – aber sie sind nicht planbar oder steuerbar. Sie öffnen sich spontan, manchmal nur kurz. Und dann können sie ebenso plötzlich wieder verschwinden.

Was tun, wenn ein Lernfenster offen ist?

Ein Lernfenster ist kein Stundenplan. Es ist ein offenes Tor. Wenn du durchgehst, kann dein Kind in kleinen Schritten ganz viel entdecken – ohne Druck.

So begleitest du dein Kind optimal:

  1. Starte mit einfachen Basics. Bei „Baustelle“ z. B.: Welche Fahrzeuge gibt es? Wer arbeitet dort? Was wird gebaut?
  2. Beobachtet gemeinsam. Geht an einer echten Baustelle vorbei. Sprecht über das, was ihr seht.
  3. Vertieft spielerisch. Lieder, Hörbücher, Videos, Malen, Spielen – alles, was das Thema lebendig macht.
  4. Folgt eurem Tempo. Wenn dein Kind mehr will, geht in die Tiefe. Wenn nicht – akzeptiere es.

Das Ziel ist nicht, dass du Unterricht machst. Das Ziel ist, dass dein Kind lernt, weil es lernen will.

Was, wenn das Fenster wieder zugeht?

Manchmal geht das Interesse schneller verloren, als du Bücher aus der Bibliothek holen kannst. Frustrierend? Ja. Aber völlig normal.

Mein Tipp:

  • Schreib deine Ideen auf. Vielleicht öffnet sich das Fenster in ein paar Wochen oder Monaten wieder – und dann bist du vorbereitet.
  • Akzeptiere den Wandel. Dein Kind folgt seiner Neugier, nicht deinem Plan.

Lernen passiert in Wellen. Und du surfst mit – nicht gegen den Strom.

Noch ein Extra-Tipp: Die ABC-Gedankenliste

Wenn du selbst nicht weißt, wie du ein Thema begleiten kannst: Nutze die ABC-Technik. Schreib jeden Buchstaben untereinander und finde Begriffe, die dir zum Thema einfallen. So bekommst du eine kleine „Gedächtnis-Inventur“ und kannst deinem Kind Fragen oder Spielideen bieten, ohne dich unter Druck zu setzen.


Fazit: Lernfenster öffnen sich – sei bereit

Lernen ist dann am effektivsten, wenn es aus echtem Interesse geschieht. Dein Kind zeigt dir durch seine Fragen und sein Verhalten, wann es Zeit ist, sich einem Thema zu widmen.

Du musst nur eines tun: Zuhören. Annehmen. Unterstützen.

Du willst noch mehr Tipps, wie du diese Momente erkennst und optimal nutzt? Dann folge mir auf Instagram oder lade dir mein Freebie mit 5 Spielideen für schulfähige Kinder herunter – kostenlos und mit Herz. ❤️

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